Glossar zum I Ging
Begriffe und Gedanken, die für das Verständnis des I Ging und des Ansatzes von Klaus-Dieter Matz wichtig sind.
- Ausgangsfrage
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Die Ausgangsfrage steht am Beginn der Arbeit mit dem I Ging. Sie soll die eigene Situation möglichst genau erfassen und ihren Kern sichtbar machen. Im Buch werden offene Fragen empfohlen, die nicht nur mit Ja oder Nein beantwortet werden können.
- Doppelzeichen
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Ein Hexagramm besteht aus zwei Trigrammen. Sind das obere und das untere Trigramm identisch, spricht das Buch von einem Doppelzeichen. Bei diesen acht Zeichen tritt die Grundbedeutung des jeweiligen Trigramms nach der Überlieferung besonders deutlich hervor.
- Haupthexagramm
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Das Haupthexagramm ist das beim Münzverfahren zunächst bestimmte Zeichen. Es besteht aus sechs Linien und bildet den Ausgangspunkt für die weitere Betrachtung und Selbstbefragung.
- Hexagramm
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Ein Hexagramm ist ein Zeichen aus sechs durchgehenden oder durchbrochenen Linien. Es entsteht aus der Verbindung zweier Trigramme. Das I Ging umfasst 64 solcher Zeichen, die in diesem Buch als Lebenssituationen entfaltet werden.
- I Ging / I Ching / Yijing
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Verschiedene Umschriften und regionale Bezeichnungen für den chinesischen Titel 易經, das „Buch der Wandlungen“. Im Deutschen ist vor allem die durch Richard Wilhelm verbreitete Form „I Ging“ gebräuchlich. Im englischsprachigen Raum hat sich insbesondere „I Ching“ etabliert. „Yijing“ beziehungsweise „Yi Jing“ entspricht der modernen chinesischen Pinyin-Umschrift.
Als einer der klassischen chinesischen Texte wurde das Werk weit über China hinaus rezipiert. Im Japanischen heißt es „Ekikyō“, im Koreanischen „Yeokgyeong“ und im Vietnamesischen „Kinh Dịch“. Im Französischen begegnen insbesondere „Yi Jing“ und die ältere Form „Yi King“.
- Kontemplation
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Ruhiges, konzentriertes Betrachten und Nachdenken mit Abstand vom unmittelbaren Alltag. Im Buch erscheint Kontemplation besonders als Möglichkeit des Innehaltens, Ordnens und Gewinnens neuer Perspektiven.
- Linien
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Die Zeichen des I Ging setzen sich aus durchgehenden und durchbrochenen Linien zusammen. Drei Linien bilden ein Trigramm, sechs Linien ein Hexagramm. Beim Münzorakel werden die sechs Linien von unten nach oben bestimmt.
- Metareflexion
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Metareflexion bezeichnet im Buch eine zweite Ebene der Reflexion. Nicht nur eine Situation wird betrachtet, sondern auch die eigene Wahrnehmung, Deutung und Beteiligung. Dazu gehört, die eigene Art des Denkens und Handelns kritisch zu hinterfragen.
Ausführlicher zum Ansatz und zu seinem Hintergrund: Metareflexion – das eigene Denken hinterfragen.
- Münzorakel
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Eine im Buch beschriebene traditionelle Methode, um ein Hexagramm zu bestimmen. Drei Münzen werden sechsmal geworfen und die Ergebnisse in sechs Linien übertragen. Der Zufall liefert dabei weder eine Botschaft noch eine Antwort oder Vorhersage. Er bestimmt lediglich, welches Zeichen zum Ausgangspunkt der weiteren Selbstbefragung wird.
- Nebenhexagramm
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Enthält das Haupthexagramm Wandellinien, werden diese verändert. Aus den gewandelten Linien entsteht ein zweites Zeichen, das Nebenhexagramm. Es wird im Buch zur Vertiefung der Betrachtung herangezogen.
- Orakel
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Historisch wurde und wird das I Ging auch als Orakel verwendet. Der Ansatz dieses Buches versteht es jedoch nicht als Instrument zur Vorhersage der Zukunft oder als Instanz, die richtige Entscheidungen vorgibt. Das ermittelte Zeichen dient vielmehr als Ausgangspunkt für weitere Fragen, Deutungen und Selbstprüfung.
- Pinyin-Umschrift
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Das heute international gebräuchliche System zur Umschrift chinesischer Namen und Begriffe in lateinische Buchstaben. Pinyin kann von älteren deutschsprachigen Schreibweisen abweichen. Deshalb stehen im Buch beispielsweise I Ging und Yijing, Laotse und Laozi oder Tao und Dao nebeneinander.
- Reflexionsfragen
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Die Reflexionsfragen im Buch ergänzen die Deutung der einzelnen Hexagramme. Sie laden dazu ein, die Aussagen eines Zeichens mit der eigenen Lebenssituation zu verbinden: Was nehme ich wahr, was erwarte ich, wie handle ich – und welchen Anteil habe ich selbst? Sie geben keine fertigen Antworten, sondern helfen, die eigene Ausgangsfrage zu vertiefen und neue Fragen zu entwickeln.
- Richard Wilhelm
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Seine deutschsprachige Übertragung und Interpretation des I Ging bildet einen wichtigen Ausgangspunkt für den Ansatz dieses Buches. Klaus-Dieter Matz knüpft daran an, weist jedoch zugleich darauf hin, dass unterschiedliche Übersetzungen und Auslegungen des I Ging existieren.
- Selbstbefragung
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Die bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Fragen, Wahrnehmungen und Deutungen. Ein Hexagramm liefert dafür einen Anstoß. Entscheidend bleibt, welche Gedanken es beim Leser auslöst und wie diese kritisch geprüft werden.
- Selbstprüfung
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Ein zentraler Gedanke des Buches. Gemeint ist die Bereitschaft, nicht nur äußere Umstände und das Verhalten anderer zu betrachten, sondern ebenso die eigenen Einstellungen, Erwartungen, Entscheidungen und Handlungsmöglichkeiten zu hinterfragen.
- Selbstdistanz
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Die Fähigkeit, die eigene Situation und das eigene Denken mit innerem Abstand zu betrachten. Sie hilft dabei, nicht bei der ersten Deutung stehen zu bleiben, sondern eigene Erwartungen, Gefühle und Anteile kritisch zu prüfen.
- Themenfinder
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Ein Zugang zu den 64 Hexagrammen ohne Orakelbefragung. Die Zeichen werden verschiedenen Lebensbereichen zugeordnet, etwa Aufbruch und Veränderung, Beziehung und Gemeinschaft, Konflikt, Krise, Lernen, Erfolg oder Sinn und Erfüllung. Ein Hexagramm kann mehreren Themen zugeordnet sein.
- Trigramm
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Ein Zeichen aus drei durchgehenden oder durchbrochenen Linien. Das I Ging kennt acht Trigramme. Durch die Verbindung eines unteren und eines oberen Trigramms entstehen die 64 Hexagramme.
- Vertiefungsfrage
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Eine Frage, die aus der Verbindung von Ausgangsfrage und Hexagramm entsteht. Sie soll helfen, den persönlich bedeutsamen Kern einer Situation genauer zu erkennen. Dabei können etwa eigene Erwartungen, übersehene Hindernisse oder der eigene Anteil in den Blick kommen.
- Wandellinie
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Beim Münzorakel können die Werte 6 und 9 entstehen. Sie werden als Wandellinien bezeichnet: altes Yin wandelt sich zu Yang, altes Yang zu Yin. Durch diese Veränderungen kann aus dem Haupthexagramm ein Nebenhexagramm entstehen.
- Wandlung
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Ein Grundgedanke des I Ging und dieses Buches. Entwicklungen bleiben nicht endgültig stehen; jeder Zustand kann sich verändern. Wandlungsbereitschaft bedeutet im Buch deshalb auch die Bereitschaft, bisherige Gewissheiten zu hinterfragen und das eigene Denken und Handeln zu prüfen.
- Wandlungsbereitschaft
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Die Bereitschaft, bisherige Sichtweisen, Erwartungen und eigenes Handeln zu überprüfen und Veränderungen zuzulassen. Im Buch gehört sie wesentlich zur Arbeit mit dem I Ging: Wandlung betrifft nicht nur äußere Situationen, sondern auch die eigene Haltung.
- Yin und Yang
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Yin und Yang werden im Buch nicht als starre Gegensätze verstanden. Sie verhalten sich wie zwei miteinander verbundene Phasen – vergleichbar mit Ein- und Ausatmung oder Berg und Tal einer Welle. In den Zeichen des I Ging erscheint Yin als durchbrochene und Yang als durchgehende Linie.
- Zhouyi
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Zhouyi bezeichnet den älteren Kern des I Ging mit den 64 Hexagrammen sowie den Texten zu den Zeichen und Linien. Teile dieser Textschicht werden in die Zhou-Zeit (ca. 1046–256 v. Chr.) datiert; die genaue Entstehung einzelner Bestandteile ist jedoch nicht eindeutig geklärt.
Der Name bedeutet sinngemäß „Wandlungen der Zhou“ und verweist auf die Zhou-Dynastie beziehungsweise die mit ihr verbundene Überlieferung. Eine frühe handschriftliche Fassung ist durch die um 175 v. Chr. kopierte Mawangdui-Seidenhandschrift überliefert.