Metareflexion – das eigene Denken hinterfragen
Was geschieht, wenn wir nicht nur über eine Situation nachdenken, sondern auch darüber, wie wir über sie nachdenken?
Mit dieser Frage beschäftigt sich Dr. Klaus-Dieter Matz seit vielen Jahren. Metareflexion bezeichnet das Nachdenken über die eigene Reflexion: Die eigene Wahrnehmung, bisherige Deutungen und daraus gezogene Schlussfolgerungen werden selbst zum Gegenstand der Betrachtung.
Damit entsteht ein bewusster Abstand zum eigenen Denken. Nicht nur die Situation wird geprüft, sondern auch die Voraussetzungen, unter denen wir sie beurteilen.
Wenn Nachdenken in Schleifen gerät
Menschen können beim Nachdenken immer wieder zu denselben Erklärungen und Bewertungen gelangen. Die eigene Sicht erscheint dann selbstverständlich, obwohl gerade sie ein Teil des Problems sein kann.
Metareflexion setzt an diesem Punkt an. Sie fragt beispielsweise:
- Wie beurteile ich meine Situation?
- Welche Annahmen bestimmen diese Beurteilung?
- Was könnte ich anders sehen, wenn ich meine bisherige Betrachtungsweise infrage stelle?
Matz hat aus seiner langjährigen psychologischen Beratungs- und Forschungsarbeit einen eigenen Ansatz entwickelt, mit dem solche Reflexionsprozesse angeregt und strukturiert werden sollen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht möglichst viel Nachdenken, sondern ein Perspektivwechsel, der festgefahrene Deutungen überprüfbar macht.
Metareflexion und das I Ging
Bereits in seinem Aufsatz von 2019 stellt Matz einen Bezug zum I Ging her. Für ihn gehört die Aufforderung, das eigene Betrachten und Urteilen zu hinterfragen, zu einer langen Tradition reflektierenden Denkens.
Im 2026 entstandenen Buch „Das I Ging. Zwischen Frage und Wandlung“ wird dieser Gedanke weitergeführt. Die 64 Lebenssituationen des I Ging werden nicht als fertige Antworten verstanden, sondern als Anlässe, die eigene Wahrnehmung und Haltung zu prüfen.
Die Zeichen können dadurch einen Perspektivwechsel anstoßen: Nicht nur „Was bedeutet diese Situation?“ wird wichtig, sondern ebenso „Wie komme ich eigentlich zu meiner bisherigen Deutung?“
Darin liegt der Kern der Metareflexion: Das eigene Denken wird selbst zur Frage.
Ein früher Text zum Ansatz
Der hier bereitgestellte Aufsatz „Die Kunst, die eigene Reflexion zu reflektieren“ entstand im Mai 2019.
Dr. Klaus-Dieter Matz beschäftigt sich darin mit der Bedeutung von Reflexion und Metareflexion für persönliche Entwicklung, Einstellungsänderung, Coaching und Führung. Er verbindet theoretische Bezüge mit Erfahrungen aus seiner eigenen Arbeit und formuliert Hypothesen darüber, unter welchen Bedingungen Menschen gewohnte Denk- und Verhaltensweisen verändern können.
Der Aufsatz entstand unabhängig vom späteren Buch „Das I Ging. Zwischen Frage und Wandlung“ und ist nicht Bestandteil des Buches. Er zeigt jedoch eine frühe Ausformulierung des metareflexiven Ansatzes, der im Buch auf die Arbeit mit Fragen und den 64 Lebenssituationen des I Ging übertragen wird.
Wissenschaftliche Einordnung
Der Aufsatz ist als theorie- und praxisbezogener Beitrag zu verstehen, nicht als empirischer Wirksamkeitsnachweis. Die darin genannten Prozentangaben und Einschätzungen kennzeichnet der Autor selbst als Beobachtungen, Annahmen oder vorläufige Hypothesen.
Der Text wird hier in seiner ursprünglichen, auf Mai 2019 datierten Fassung zur Verfügung gestellt.
Den vollständigen Aufsatz lesen
Die Kunst, die eigene Reflexion zu reflektieren
Dr. Klaus-Dieter Matz
Leipzig, Mai 2019
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7 Seiten, PDF, 332 KB