Der Ansatz
Drei Zugänge zu diesem Buch
Dieses Buch lädt zu einer neuen Sprache im Gespräch mit sich selbst ein. Denn wer sich nicht fragt, bleibt sich fremd. Die 64 Zeichen des chinesischen I Ging (auch I Ching und Yijing genannt) sprechen in Bildern und Wandlungen. Sie geben keine fertigen Antworten, sondern eröffnen – jenseits religiöser oder esoterischer Deutungen – neue Blickwinkel auf das eigene Denken, Fühlen und Handeln.
1. Die fortlaufende Lektüre. Wer das Werk von Anfang bis Ende liest, folgt einem Spannungsbogen durch grundlegende menschliche Situationen: Handeln, Hingabe, Neubeginn, Lernen, Geduld, Konflikt und Reifung.
2. Die thematische Auswahl. In konkreten Lebenslagen kann ein Kapitel gezielt aufgeschlagen werden. Lesen Sie es nicht als Antwort, sondern als Spiegel.
3. Die vertiefte Selbstbegegnung. Hier wird das Buch zum kritischen Gegenüber. Entscheidend ist nicht die vermeintlich richtige Bedeutung, sondern was das Zeichen über das eigene Denken, Fühlen und Handeln sichtbar macht. Darin liegt die Metareflexion.
Nehmen Sie sich Zeit. Lesen Sie nicht in Hast. Lesen Sie mehrmals. Erwarten Sie keine schnellen Antworten.
Metareflexion als Weg
Das I Ging beschreibt nicht bloß Situationen. Es zwingt zur zweiten Betrachtungsebene. Wer ein Hexagramm liest, begegnet zunächst einer Lebenslage. Doch die eigentliche Bewegung beginnt erst danach.
Metareflexion bedeutet hier:
- Nicht nur über ein Problem nachzudenken, sondern über die eigene Art des Denkens nachzudenken.
- Nicht nur zu handeln, sondern das eigene Handeln zu hinterfragen.
- Nicht nur Fehler bei anderen zu suchen, sondern den eigenen Anteil offenzulegen.
Im Zentrum steht die zweite, vertiefende Frage an die eigene Person: nicht nur die Situation, sondern auch die eigene Wahrnehmung, Deutung und Beteiligung zu prüfen.
Das I Ging verändert nicht die Welt von außen. Es verändert den Blick auf sie. Und wer seinen Blick verändert, verändert sein Handeln.